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 28. MÄRZ 2019

16—21 UHR


Personenbezogene Erinnerungskultur heute? Denkmäler zwischen optimistischem Rollenmodell

und Personenkult —
von Dr. Karl Lueger über Bruce Lee bis Ute Bock


Vor einem Jahr verstarb die prominente Sozialarbeiterin Ute Bock. Daraufhin tauchte in Form einer Online-Petition der Vorschlag auf, den Dr. Karl-Lueger- Platz in Ute-Bock-Platz umzubenennen, der jedoch abgelehnt wurde. Für uns waren dabei beide Positionen nachvollziehbar: sowohl das Bedürfnis schwierigen historischen Positionen etwas entgegenzusetzen, als auch eben diese dennoch sichtbar zu lassen. Diese Problematik brachte uns auf die Idee ein temporäres Denkmal für Ute Bock der Lueger-Statue als Dialogfigur gegenüberzustellen und um Projektförderung bei der Kunst im öffentlichen Raum GmbH (KÖR) anzusuchen. Dabei war ein das Projekt kontextualisierendes Symposium von Anfang an Teil der Arbeit.

Bereits in der KÖR-Jury, aber auch und besonders durch die intensiven, aber konsensorientierten Diskussionen mit den Magistraten sowie der Kulturkommission des 1. Bezirks und der Bezirksvorstehung wurden einige Fragen aufgeworfen. Ebenso kristallisierten sich in unseren internen Arbeitsgesprächen im Laufe des letzten Jahres immer mehr kunsttheoretische sowie ethische Fragen heraus, die in die Programmatik dieses Symposiums einfließen:

Sind gegenwärtig personenbezogene Denkmäler vielleicht wieder denkbar bzw. sogar eine notwendige Form? Sollten diese gerade aufgrund der politischen Entwicklungen der Gegenwart in Form eines beobachtbaren, zunehmenden Personenkults, sowie personenabhängiger politischer Diskurse in der (inter)nationalen Politik — neu diskutiert werden? Wer besitzt die Deutungshoheit über die Lesbarkeit künstlerischer Formen im öffentlichen Raum?




Vielen Dank an: www.fraubock.at